Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,

sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

(Zweiter Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 1, Vers 7)

Liebe Gemeindeglieder, liebe Eppertshäuser,

um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu verlangsamen, wurden von staatlicher und kirchlicher Seite verschiedene Maßnahmen beschlossen und empfohlen. Grundsatz ist, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden.

Für uns als Kirche ist das eine Schwierigkeit, weil Begegnung und Miteinander unser Auftrag ist. Dennoch rät uns die Nächstenliebe dazu, diesen Vorgaben und Empfehlungen zu folgen, um diejenigen zu schützen, die von einer Infektion am Schwersten betroffen wären.

In der Evangelischen Friedensgemeinde Eppertshausen ruhen deshalb ab sofort alle Gruppen und Kreise. Auch die Gottesdienste finden nicht statt. Sonntags um 10:00h werden die Glocken läuten und Pfarrer Opfermann betet in der Kirche für die Gemeinde und für alle Menschen in Eppertshausen, in Deutschland und weltweit. Es sind alle Eppertshäuser herzlich eingeladen, sich diesem Gebete zuhause anzuschließen.

Das Gemeindebüro bleibt zu den üblichen Zeiten besetzt, ist aber nicht für Publikumsverkehr geöffnet. Wenn Sie ein Anliegen haben, wenden Sie sich bitte telefonisch oder per mail an das Büro.

Pfarrer Johannes Opfermann können Sie wie gewohnt erreichen, aber auch hier bitten wir – wenn möglich – um zunächst telefonischen Kontakt. Bis zum 22.03. haben Pfarrerin und Pfarrer Burkholz aus Messel (Telefon 06159/298) Vertretung für Pfarrer Opfermann.

Diese Maßnahmen gelten bis zum 4. April, also dem Samstag vor Palmsonntag. Änderungen sind aber möglich, abhängig davon, wie die Lage sich ändert, verschärft oder entspannt.

Die gegenwärtige Lage versetzt Menschen in Sorge und Angst, zeitweise auch in Panik. Wir stehen einem Krankheitserreger gegenüber, der sich schnell ausbreitet und gegen den es kein schnelles Rezept gibt. So etwas sind wir fast alle nicht gewohnt. Wir haben unser ganzes Leben in großer Sicherheit gelebt. Technik, Wissenschaft und Medizin schienen gegen alles Bedrohliche ein Mittel zu haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die dann auch nur Einzelne betrafen. Wir werden also lernen müssen mit dieser neuen Situation umzugehen – nicht nur medizinisch und politisch, sondern auch seelisch. Aber wir werden das auch lernen und gute Wege finden. Als Pfarrer möchte ich Sie ermuntern, Sorgen, Angst und Panik nicht einfach zu leugnen und wegzuschieben. Dann werden sie im Verborgenen umso mächtiger. Ich möchte Sie aber auch ermutigen, sich Sorgen, Angst und Panik nicht einfach auszuliefern und ihnen einfach nachzugeben. Gottes Geist will und kann uns Kraft und Liebe und Besonnenheit schenken. Und genau das ist jetzt wichtig. Lassen Sie uns kraftvoll, liebevoll und besonnen glauben, handeln und leben in diesen Tagen. Es ist keineswegs aller Tage Abend. Gott segnet Sie.

Weltgebetstag am Freitag, 6. März 2020